DFG-Projekt KViAPOL

 
Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen

Viktimisierungsprozesse, Anzeigeverhalten, Dunkelfeldstruktur

 
Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen ist bislang kaum empirisch untersucht, obwohl das Thema auch die öffentliche Debatte intensiv beschäftigt. Insbesondere zum Dunkelfeld und zu viktimologischen, also die Opferwerdung betreffenden Aspekten, liegen praktisch keine Erkenntnisse vor. Auch die Dynamik der Konfliktsituationen und ihre Aufarbeitung ist unzulänglich erforscht. Vor diesem Hintergrund untersucht das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt seit März 2018 erstmalig systematisch rechtswidrige polizeiliche Gewaltanwendung aus der Perspektive der Opfer und im Kontext des polizeilichen Bearbeitungsprozesses. Im Fokus stehen dabei Viktimisierungsprozesse, das Anzeigeverhalten und die Dunkelfeldstruktur.
 
Nach zwei Dritteln der Projektlaufzeit zieht das Team des Forschungsprojekts „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamte“ ein äußerst positives Zwischenfazit. „Die Resonanz auf das Projekt und die Thematik ist überwältigend“, so der Leiter des Projekts, Prof. Dr. Tobias Singelnstein. Im ersten Teil des Projekts hat das Forschungsteam eine quantitative Opferbefragung durchgeführt, die erstmals eine systematische Erhebung von Daten zu Betroffenen rechtswidriger Polizeigewalt leistet. Die Erhebung mittels Online-Fragebogen wurde im Januar 2019 abgeschlossen. Momentan findet die Auswertung der Daten statt. Im zweiten Teil des Projekts werden derzeit qualitative Interviews mit Polizist*innen, Staatsanwält*innen, Anwält*innen, Vertreter*innen von Opferberatungsstellen und weiteren Expert*innen geführt, um die Ergebnisse der quantitativen Erhebung zu vertiefen und zu ergänzen.
 

Den Zwischenbericht vom 17. September 2019 finden Sie hier.

The executive summary of our research project on Police Use of Excessive Force in Germany is now
 
Das Projekt läuft noch bis Ende Januar 2021, dann folgt auch der abschließende Bericht. Die zu erwartenden Ergebnisse der Studie ermöglichen empirisch fundierte Aussagen über Fehlverhalten bei polizeilicher Gewaltausübung und liefern erstmals differenzierte und belastbare Daten zu Viktimisierungsrisiken, Aufarbeitung, Dunkelfeld und Anzeigeverhalten in diesem Deliktsbereich.
 
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